Diätküche für Gourmets

Eine Vielzahl von Erkrankungen wird durch eine einseitige Ernährung begünstigt. Dabei sind die Grundsätze einer gesunden Ernährung den meisten wohl bekannt. Allerdings fangen die Probleme schon damit an, daß man gerne seinen eigenen Kalorienbedarf über-, oder die verzehrte Kalorienmenge unterschätzt. Was genau ist also „gesunde Küche“? Schliesslich wollte ich keine Wellnesskur machen, sondern mich vor einem weiteren Herzinfarkt bewahren. Empfehlungen für eine gesunde Ernährung hören sich einfach an, doch ist die Umsetzung im Alltag schwer.

Ich freute mich also auf mein Date mit meiner neuen Diätassistentin, die mich die nächsten Wochen begleiten sollte. Mit einem Blick in meine Akte und einem zweiten auf das Maßband, welches sie mir um den Bauch legte, stellte sie nur kurz und knapp fest: „Das ist zuviel des Guten“. Den Spruch würde ich ab jetzt öfter hören.

Ich koche sehr gerne und würde meine Kochkünste auch ohne zu zögern als gut bezeichnen. Ich esse deftige Hausmannskost so gerne wie leichte Vollwertkost, mal streng vegetarisch und mal Steaks am liebsten blutig. Ich geniesse rohen Fisch im japanischen Stil und feuriges Curry im indischen, und informiere mich am liebsten vor Ort über authentische Zubereitungen. Man trifft mich beim schnellen Snack im Stehen genauso wie zum 5-Gänge-Menu beim Sternekoch, wenn auch hier wie da eher selten. Bei alledem lege ich grossen Wert auf Frische und Geschmack, auf regionale Produkte aus artgerechter Haltung, wie auf exklusive Genüsse aus aller Welt aus fairem Handel.

Meine Vorlieben haben sich im Laufe der Jahre zu dem entwickelt, was sie heute sind, vielleicht mit 2 – 3 grösseren Sprüngen, ausgelöst durch regionale Veränderungen inkl. Auslandsaufenthalt bzw Rückkehr, und Trennung bzw. neue Partnerschaft. Auch der eine oder andere Lebensmittelskandal hatte ein wenig Einfluß auf meine Ernährungsroutinen genommen, genauso wie Moden oder Trenddiäten kamen und gingen. An Ernährungsfragen hatte ich immer schon grosses Interesse, wobei ein Grossteil meines Wissens und meiner Kochkenntnisse aus vielen, vielen Kochbüchern stammt, an die ich inzwischen, siehe oben, entsprechende Ansprüche stellte. Und das alles sollte vorbei sein?

Mit Diätküche hatte meine bisherige Ernährung in der Tat recht wenig zu tun. Aber wer denkt, daß mir von nun an nur noch „fade Krankenhauskost“ erlaubt war, ist heute nicht mehr auf dem Laufenden. Diätetisches Essen kann jedem Gourmetmenü den Rang streitig machen, in dem man Diätregeln mit kulinarischer Kreativität so vereint, daß der Eindruck von Verzicht gar nicht erst aufkommt.

Ich beschloss, mein eigener Diätkoch zu werden. Schliesslich müssen die auch ein zweites
Ma(h)l kochen lernen.

Ein Gedanke zu „Diätküche für Gourmets

  1. Hach ja, ist ja irgendwie wie ein Fortsetzungsroman. Ich bin gespannt!
    *smile*
    Liebe Grüße
    Corinnna

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